f r e n c h - m a d e

g a l e r i ef ü rz e i t g e n ö s s i s c h ef r a n z ö s i s c h ek u n s t

C é d r i cG e n e y
Nr. 5 aus der Serie "Grandes peintures familiales", Acryl auf Papier, 215 x 135 cm
- Ok Axel, wir müssen da jetzt mal ernsthaft drüber sprechen. So kann das nicht weiter gehen! Du wirst doch nicht bis an dein Lebensende beleidigt sein, nur wegen dieser blöden Scooter-Geschichte!

- Pfff! Auf jeden Fall weiß man, wo die Prioritäten in diesem Haushalt gesetzt werden: du ziehst es doch eher vor dir Kunstwerke von obskuren zeitgenössischen Künstlern zu kaufen, als deinem eigenen Sohn Zugang zur Autonomie der Fortbewegung im städtischen Raum zu verschaffen. Außerdem ähnelst du nicht mal mehr meinem Vater, du bist viel zu schlecht gemalt…

Nr. 6 aus der Serie "Grandes peintures familiales", Acryl auf Papier, 215 x 135 cm
- Weißt du Papa, ich glaube die heutige Gesellschaft widmet ihren Künstlern keine Zeit mehr. Sie reserviert ihre Aufmerksamkeit den Sendungen, die das Fernsehen jeden Tag ausstrahlt, den Werbebotschaften, den Sportevents, den Hobbys. Diese Aktivitäten haben für sie in ihrer Einfachheit, Anzahl, Masse und ihren Kosten einen überwältigenden Vorrang. Man kann dafür Partei ergreifen und vor diesem Stand der Tatsachen kapitulieren. Das wäre am bequemsten. Das ist es was heutzutage die meisten tun und genauso viele Künstler tun es auch. Wohl wissend, dass sie nur ein ganz kleines Publikum haben, beschränken sie ihre Aktivitäten auf ihr Atelier und aufs Museum. Was hältst du davon?

- Ich glaube du solltest aufhören sämtliche Bücher von Philippe Dagen zu lesen, und jetzt gehst du in dein Zimmer, weil ich gern in Ruhe "Popstars" gucken will…ist doch wahr, man fühlt sich gar nicht mehr zu Hause…

"Moment mal! Du wirst doch nicht etwa dem ganzen Strand deine Nippel zeigen, oder?"
"Was? Du störst dich auch nicht daran den ganzen Tag Fotos von Araki anzustarren, also mach´ mir hier keine Szene….“
„Scheiße, ich bin in einen Seeigel getreten!!! Das tut super weh!! Jetzt versteh´ ich die menschliche und subversive Dimension dieses englischen Künstlers, der sich kleine Holzstückchen unter die Füße näht und über den sie in den 20 Uhr-Nachrichten gesprochen haben, viel besser…"
„Yeah! Ein Wahnsinn dieses Urlaubsvideo für die 45. Biennale der Videokunst von Montauville!!!"
"Es ist trotzdem nicht trashig genug, finde ich... es ist zu einvernehmlich."
"Ich habe trotzdem Zweifel an der semantischen und plastischen Relevanz eines solchen Kunstwerks…“
"Hi, hi, hi!!! Zeitgenössische Kunst ist wirklich cool!"
„Und eins, und zwei, und drei! Und eins, und zwei, und drei!... Los, reißt euch zusammen verdammt noch mal!!! Ihr glaubt doch nicht etwa, dass ihr so für die nächste Performance von Vanessa Beecroft ausgewählt werdet..."
„Mmmh…Herzlich Willkommen im Chumba' Club…heute Abend: großer Striptease-Wettbewerb…schwingt eure Hemden...der Gewinner bekommt eine Reise für zwei zur nächsten Dokumenta nach Kassel... und sofort: Patrick...Sebastien!!!!"
"Ah scheiße, ich dachte das sei ein Travestie-Abend…jetzt steh´ ich dumm da….“
„Pfff!!! Hey Jungs, wir langweilen uns so dermaßen, dass ich den Eindruck habe in einer Videoprojektion von Gillian Wearing zu sein...."
"Oh du übertreibst, so schlimm ist es noch nicht…."
„Komm, wir gehen in mein Zimmer, ich zeig´ dir meine Wolfgang Tillmans–Fotosammlung. Ich hab sogar eine Nan Goldin von ' 76."
"Ahh ja, super! Aber ich habe meiner Mutter versprochen, dass ich früh nach Hause komme..."
"Verflucht! Früher konnte man sie 1a mit der Gitarre umgarnen, jetzt muss man sich in zeitgenössischer deutscher Photographie auskennen..."
„Ok Freunde! Jetzt lacht mal, wie in den Filmen von Larry Clark... Los, hop! hop! hop! "
"Was?!! Davon war nie die Rede!"
"Mal sehn´... "
"Ich bin nicht dabei in der Sonne zu faulenzen, falls Sie das gerade denken sollten. Ich nehme momentan an einer vom FRAC Elsaß finanzierten Performance zum Thema ‚beliebte touristische Praktiken’ teil, kein Witz."
„Ah, dieser Laden ist ein Reinfall! Keiner da, keine einzige Tussi, nichts!!! Wie eine Vernissage für konzeptuelle Kunst in der Provinz….“
"Yup, ich verzieh´mich.“
"Tableautins de vacances" (Urlaubsbilder)

10 x 30 x 45 cm, Acryl/Collage auf Leinwand

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